Sozial- und Erziehungsdienst 6. Mai 2026

„Verwaltet Probleme statt sie zu lösen" – ver.di kritisiert neues KitaFinanzierungsgesetz

Der Gesetzentwurf zur Neuordnung der Kitafinanzierung in Brandenburg (KitaFinNG) erntet scharfe Kritik von ver.di Berlin-Brandenburg: Statt strukturelle Probleme anzugehen, verfestige das Gesetz bestehende Defizite – auf Kosten von Beschäftigten, Trägern und Familien.

Herzstück der Kritik ist das Leitbild der Kostenneutralität. „Wer Kostenneutralität festschreibt, entscheidet sich bewusst gegen bessere Arbeitsbedingungen und gegen Qualität in der frühkindlichen Bildung", erklärt Landesfachbereichsleiterin Jana Seppelt. Personalschlüssel, Ausfallregelungen und Vorbereitungszeiten – all das bleibt im Gesetzentwurf unangetastet, obwohl die Einrichtungen längst am Limit arbeiten.

Hinzu kommen intransparente Finanzierungsberechnungen, fehlende automatische Refinanzierung tariflicher Entwicklungen und ein Sanktionsmechanismus, der Einrichtungen bei formalen Verstößen bestraft – ohne die Qualität zu verbessern. „Dieses Gesetz schafft Unsicherheit statt Verlässlichkeit – am Ende zahlen die Beschäftigten und die Kinder den Preis", so Katja Boll.

ver.di fordert: weg von der Kostenneutralität, verbindlich bessere Personalschlüssel, vollständige Tariffinanzierung, weniger Bürokratie und konkrete Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung. Denn ohne Menschen, die die Arbeit machen, bleibt jedes Gesetz Makulatur.

ver.di Berlin-Brandenburg kritisiert Kita-Finanzierungsgesetz: „Verwaltet Probleme statt sie zu lösen“ | Landesbezirk Berlin-Brandenburg
Stellungnahme (PDF)

Werde Mitglied!

Mitglied in ver.di zu sein, bringt Dir und Deinen Kolleginnen und Kollegen jede Menge Vorteile. Gute Arbeits- und Tarifverträge, faire Bezahlung und ausreichend Urlaub – zusammen erkämpfen wir das und noch viel mehr.

Zum Formular